Kurorte
Bad Reinerz

Der Kurort Duszniki-Zdrój liegt an der ehemaligen Handelsroute, die aus dem tschechischen Prag nach Wrocław führte. Duszniki ist in einem schmalen Tal des Bystrzyca-Dusznicka-Flusses gelegen. Dieses Tal ist auf der einen Seite von den Bystrzyckie-Bergen und auf der anderen von den Orlickie-Bergen umgeben. Sechs Kilometer von dem Kurort entfernt in einer Höhe von 600 m ü. d. M. gibt es ein weites Torfmoor, „Topieliska“ genannt, das ein Naturreservat ist. Hier wächst eine Reihe von Pflanzenarten, die seit der Eiszeit überdauert haben. Diese Pflanzen sind meistens nur in der Tundra zu sehen, das sind z. B. isländisches Moos, Zwerg-Birke und sibirische Zirbelkiefer. Die Orlickie-Berge bilden einen homogenen, mit Wald bewachsenen Gebirgszug mit einer Höhe von 1000 m ü. d. M. Sie bestehen überwiegend aus Granit, Kristallschiefer und Gneisen. Duszniki ist von weiten Wäldern umgeben. Die häufigsten Bäume sind Fichte, Buche, Kiefer und Birke. In der Waldstreu gibt es Vogelbeerbaum, Korallenfriedel und Farnblüten. Das Unterholz bilden Heidelbeeren, Pilze und Himbeeren. Auf Waldlichtungen und Wiesen wachsen viele Pflanzen, darunter die geschützten: Trollblume (als "Kłodzko-Rose" bekannt), Silberdistel, gewöhnliche Kuhschelle und kleines Schneeglöckchen.
Das Klima von Duszniki besitzt spezifische Eigenschaften, die man besonders auf dem Gebiet des Kurorts spüren kann. Der Kurort liegt auf einer Höhe von 588 m. ü. d. M., aber es herrscht ein Klima wie normalerweise auf der Höhe von 1000 m. Das Klima von Duszniki weist manche Eigenschaften des unteralpinen Klimas auf. An der Stelle, wo heute der Kurort liegt, gab es bereits im 13 Jahrhundert ein Dorf, das zu einem sehr kleinen Magnatenstaat – Homole –gehörte. Die Entwicklung des Dorfes begann nach der Entdeckung einer reichen Eisenerzader. Dank des Abbaus der Ablagerungen wurde das Dorf 1364 zu einer Stadt umgewandelt. Für den Wohlstand und den schnellen Aufschwung war auch die günstige Lage an einer Handelsroute wichtig. Diese Lokalisation führte aber auch zu häufigen Überfällen während der Kriege. Nach einem solchen Überfall wurde weiterer Erzabbau aufgegeben. 1562 ist in Duszniki eine Tücherzunft entstanden und die Papierindustrie hat sich entwickelt. Im 17. und 18. Jahrhundert sind in Duszniki Webermanufakturen entstanden, in denen Kriese und Flanell hergestellt wurden.
Die Geschichte der Stadt ist untrennbar mit der Geschichte des Kurbades verbunden. Für seine Entstehung war die Entdeckung von Heilwasserquellen entscheidend. Die Heileigenschaften der Quelle „Zimny Zdrój“ waren bereits 1408 bekannt. Der Ruhm der Wasser von Duszniki ging weit über die Staatsgrenzen hinaus. Wegen ihres angenehmen Geschmacks waren sie bei prominenten Familien als ein Festgetränk begehrt. Allerdings hat man erst im 18. Jahrhundert die Quellen ordentlich bewertet und begonnen diese zu nutzen. Um 1770 begann die medizinische Welt sich für die Heileigenschaften der Wasser von Duszniki zu interessieren. 1801 gab der Quellenarzt Dr. Blottner in Kłodzko eine Broschüre heraus, deren Titel lautete: „Führer für diejenigen, welche die Therapie mit Milch und Quellen von Kudowa und Duszniki als Heilmittel unternehmen wollen“. Diese Broschüre enthielt eine Widmung des Autors für den Doktor der Medizin Mogalle aus Breslau, „den Arzt des höheren Bergbauamts und dem Assessoren vom Collegi Medici et Sanitas“. Dieser Arzt (wahrscheinlich ein Pole aus Opole) hatte Verdienste um die Heilung in Kurorten in Niederschlesien. Er veröffentlichte mehrere Arbeiten vor allem bezüglich der Beschreibung von Mineralquellen und schlesischen Badeorten, womit er zu ihrer Entwicklung beitrug. Duszniki, in der damaligen Grafschaft Kłodzko gelegen, verdankt ihm seine Rolle als Kurort und das Anlegen des Milch- und Schafsmolkebetriebs. Nach dem Beispiel ähnlicher Anstalten im tschechischen Gebirge gelangte er zu der Schlussfolgerung, dass Duszniki wegen der höchsten Lage und der unteralpinen Verhältnisse (Flora und Klima) eine ähnliche Rolle ausfüllen könnte. 1800 ist eine solche Anstalt in Duszniki entstanden. Doktor Mogalla hat eine neue bessere Methode der Molke- und Schafmolkesäuerung für Heilzwecke erarbeitet. Dank dieser gewann der Kurort schnell Anerkennung und die Anzahl der Kurgäste wuchs von Jahr zu Jahr.





