Kurorte
Bad Kudowa

Der Kurort Kudowa-Zdrój ist die am weitesten südlich gelegene Abteilung von „Zespół Uzdrowisk Kłodzkich S.A.“. Die Stadt ist auf einer Höhe von 390-400 m ü. d. M. gelegen. Wie alle Kurorte im Kłodzko-Gebiet besitzt der Ort ein Gebirgsklima, das zu den leicht- oder mittelanregenden gehört, wobei die Auswirkungen im Winter intensiver als im Sommer sind. Kudowa-Zdrój liegt im nordwestlichen Teil des Kłodzko-Gebiets. Nord-östlich von dem Kurort breitet sich das Massiv der Stołowe-Berge aus. Die Lage in einem breiten Gebirgskessel, der nach Süden geöffnet ist, ist aus klimatischen Gründen äußerst günstig, weil sie das Gebirgsmassiv vor der Auswirkung der Nord- und Ostwinde schützt. Die Breite des Tals bedingt eine allmähliche Erwärmung und langsame Abkühlung der Luftmassen in dem Tal. Günstige Gebietsbedingungen beeinflussen das Klima und lassen die Entstehung von zu starken Wärmeimpulsen nicht zu. Die Temperatur der Sommermonate ist in der Regel niedriger als im Flachland, im Mai und September ist es dagegen wärmer. Die Klimaeigenschaften von Kudowa wirken sich sehr positiv auf eine Reihe von Körperprozessen aus: Blutkreislauf, Atmung und Verdauung, die Leistungsfähigkeit von Muskel- und Nervensystem. Dank dem verhältnismäßig kälteren Sommer und etwas wärmerem Winter dauert die Saison in dem Kurort das ganze Jahr.
Die ersten Notizen über Kudowa stammen aus dem Jahr 1477, als es an dieser Stelle ein Dorf mit dem Namen Lipolitów gab. Im 16. Jahrhundert nannte der Chronist Ludwik aus Náchod den tschechischen Namen des Ortes: „Cermenske Lazne“. Die Informationen über vorhandene Mineralquellen stammen aus dem Jahr 1580 und bereits 1636 wurden ihre Heilkräfte genutzt. Im 17. Jahrhundert schreibt der berühmte Aelurius, der früheste Forscher der Vergangenheit des Kłodzko-Gebiets, in seiner „Glatzio-Graphii“, dass die Wasser von Kudowa (Chudoba) zu Heilzwecken verwendet und für ihre Geschmackseigenschaften dem Wein vorgezogen wurden. Ebenfalls im 17. Jahrhundert entstanden die ersten Badeeinrichtungen aus Holz. Nach historischen Aufzeichnungen gehörten die Quellen 1748, einem „Doktor“, der einige Kurbadewannen besaß. 1738 wurden die Bäder von einer Gesellschaft von Ärzten gekauft, die sich mit Balneotherapie beschäftigten. Die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen begannen 1787 und genaue Analysen wurden 1795 von Kneiseler durchgeführt. In demselben Jahr ist ein hölzernes Badehaus mit 20 Wannen und daneben ein Wohnhaus (das heutige Kurhaus „Zameczek“) entstanden. 1850 wurde eine recht genaue Analyse der Wasser von Kudowa durchgeführt, aus der sich ergeben hat, dass das Wasser aus der „Śniadecki“-Quelle 0,012 Gramm Eisenarsenit pro Liter enthält. 1868 hat Dr. Jacob experimentelle Kohlensäurebäder zur Behandlung von Herzkrankheiten angewendet. Die Jahre 1904 bis 1906 sind die Wendezeit in der Geschichte des Kurortes Kudowa-Zdrój. Man hat neue Mineralquellen entdeckt, ein neues Badehaus und das „Polonia“-Kurhaus erbaut und das alte Kurmittelhaus vergrößert. Ein zentraler Heizungskeller, ein eigenes Kraftwerk und eine Kanalisation entstanden und es wurde eine Bahnlinie erbaut. Der Vorstand des Kurortes ist ebenfalls entstanden. Um die Quellen-Kuranstalten entstanden etwa 120 Villen und Gasthäuser. 1921 haben 12 000 Kurgäste Kudowa besucht. Nach 1945 gewann Kudowa mit seinen Mineralquellen immer größere Bedeutung als ein Behandlungs- und Erholungsort. Seit 1963 wird der Kurort zu den internationalen gezählt. Die Stadt besitzt eine überwiegend alte Bebauung. Das sind entweder große, monumentale Gasthäuser in Gärten oder schlichte, einfache Gebäude, die eine kontinuierliche, nahezu landschaftliche Bebauung darstellen. Die neueren Gasthäuser stehen an den Ausfallstraßen und stören den Charakter des Stadtzentrums aus dem 19. Jahrhundert nicht. Die Kurobjekte sind über den ganzen Ort verstreut, konzentrieren sich jedoch im Quellenpark am Fuß des Parkowa-Berges. Hier steht ein historisches Gebäude des Kurhauses „Zameczek“ von interessanter Architektur und mit einem auf eine für Niederschlesien charakteristische Art und Weise gebogenen Dach. Gegenüber erhebt sich das Trinkhallengebäude, das mit seinem Stil an die Architektur von „Zameczek“ anknüpft. Dies ist die schönste und größte Trinkhalle in Niederschlesien. Dort werden Wasser aus drei Quellen ausgegeben. Das Innere – ein Halbkreisrundbau mit großen bogenförmigen Fenstern – ist mit den Bildern des ungarischen Malers Arpag v. Nolnar verziert, welche die Entwicklung des Kurortes darstellen. Neben der Trinkhalle befinden sich der Konzertsaal und die Wandelhalle. Eine Zierde der Parkanlagen, die an die Trinkhalle angrenzen, sind einige Jahrhunderte alte Zierbäume: Schwarz-Fichten und eine Monterey-Kiefer. Auf der anderen Seite der Promenade ähnelt der Park einem Ziergarten. Am Ende der Wandelhalle befindet sich eine Laube, die die frühere, kleine Trinkhalle umhüllt. Die Hauptallee führt in den „wilden“ Teil des Parks. An dieser Strecke ist die Allee mit einer doppelten Reihe von Pyramideneichen umpflanzt. Sie endet am Rand eines malerischen Teichs. Im Park wachsen über 300 Sträucher und Bäume.





